Alexa

Zeugen Jehovas


R. C. Taze

Die Gründung

Die Zeugen Jehovas wurden von, dem in Pennsylvania geborenem, Charles Taze Russel (1852-1916) gegründet. Seine Eltern gehörten der Presbyterianischen Kirche an. In seiner Jugend beschäftigte er sich intensiv mit religiösen Fragen. 1870 schloss er sich einer adventistischen Splittersekte an (Second Adventists). Von deren Lehre wurde Gründer der Zeugen nachhaltig geprägt. Nach einem Streit trennte sich Russel 1879 von der Sekte, um eine eigene Zeitschrift mit Namen Zions Wachturm herauszubringen. 1881 gründete er die Wachturm gründete er die Wachtturm Traktat-Gesellschaft. In den nächsten Jahren entstand sein Hauptwerk die Schriftstudien. Zur Verbreitung seiner Ansichten unternahm er zahlreiche Reisen, darunter eine Reise 1903 nach Deutschland.

Geschichte

1881 beginnt die Geschichte der Ernsten Bibelforscher (Damaliger Name) .Als Russel 1916 verstarb übernahm Joseph F. Rutherford (1869-1942) das Präsidentenamt. Er führte zahlreiche Neuerungen ein, die zur Errichtung einer klerikalen Diktatur führten. 1931 bekamen die Ernsten Bibelforscher den Namen Zeugen Jehovas. 1939 wurde die Zentrale in New York zum Kanal Jehovas erklärt. Von dort wird die Sekte bis in unsere Zeit gesteuert. Rutherford war es auch der die Kirchen der Zeugen Königreichssäle taufte. Der Nachfolger Rutherfords Nathan H. Knorr (1905-1977) sorgte für eine weltweite Ausdehnung der Sekte. Außerdem entwickelte er ausgefeilte Schulungstechniken, um kritisches Denken gegenüber der Gemeinde auszuschalten. 1992 erreichte die Sekte unter Frederic Franc eine Mitgliederzahl von 4,2 Millionen. Seit 1992 werden die Zeugen von dem 1920 geborenem Milton Henschel regiert. Die Mitgliederzahl ist auf 5,2 Millionen angewachsen. In Deutschland haben die Zeugen Jehovas mehr als 170.000 Anhänger.

Theologie:

Die Zeugen Jehovas glauben an eine bald stattfindende Apokalypse, das sogenannte Harmageddon. Die einzigen überlebenden dieser Endschlacht werden die Zeugen Jehovas sein. Nach dem Gott nun die Herrschaft übernommen hat, entsteht eine Zwei-Klassengesellschaft unter den überlebenden. 144000 geistgesalbte Wesen werden mit Christus in seinem himmlischen Königreich als Könige regieren, der Rest der Zeugen muss sich mit einem Leben auf der neuen Erde begnügen. Nach Meinung der Zeugen Jehovas steht uns das Ende kurz bevor. Diese Naherwatung des Harmageddon war schon einige Male fest terminiert worden, das letzte Mal 1975, aber leider kam das Ende noch nicht. Nach diesem Reinfall kam man von einer festen Terminierung der Apokalypse ab.

Die Bibel wird strengstens wörtlich genommen, die Evolutionstheorie wird von den Zeugen kategorisch abgelehnt. Die Dreieinigkeitslehre der großen christlichen Kirchen wird als Satanswerk abgetan. Der Glauben der zur Rettung führt wird übrigens allein von der Zentrale in New York festgelegt. Die Verkündigung dieser Wahrheiten ist die wichtigste Glaubenspflicht. Diese wird entweder durch den Predigtdienst von Haus zu Haus erfüllt oder durch das Stehen auf belebten Straßen mit dem Wachturm in der Hand. Die Beschäftigung mit weltlichen Dingen wird von den Zeugen nicht gern gesehen. Politik, Sport, Hobbys oder moderne Musik sind verpönt. Der Dienst an der Waffe, sowie der Zivildienst sind den Mitgliedern verboten. Sogar die Teilnahme an politischen Wahlen sind verboten. Die Zeugen sind also definitiv demokratiefeindlich. Aber es gibt noch mehr Verbote, wie das Rauchen, Glücksspiele, nichtehelicher Sex, Geburtstags und Weihnachtsfeiern. Als gefährlich zu bewerten ist der Verbot von Bluttransfusionen, hier wird entgegen medizinischer Möglichkeiten der Tod eines Mitglieds in Kauf genommen.

Aufbau und Praktiken

Die Zeugen Jehovas sind streng hierarchisch gegliedert. Die Sektenführung in New York duldet keinen Widerspruch. Deren Meinung wird streng doktrinär und autoritär an die unteren Ebenen weitergegeben. Die Mitglieder der Zeugen Jehovas werden Verkünder genannt. Die Gotteshäuser der Sekte werden als Königreichssäle bezeichnet. In Deutschland findet sich in jeder größeren Gemeinde ein solcher Bau. Die Mitglieder werden zur besseren Kontrolle von ihrem sozialen Umfeld abgeschottet. Der Umgang mit Personen außerhalb der Gemeinde ist nicht gern gesehen. Das Leben der Zeugen ist fast ausschließlich auf die Sekte beschränkt. Das Führungsmittel der Sektenführung ist in erster Linie Angst. Es wird mit der ewigen Verdammnis gedroht oder mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft, da keine soziale Bindung außerhalb der Sekte besteht, ist ein solcher Ausschluss von den Zeugen sehr gefürchtet. Die Sektenmitglieder sind in unserer Gesellschaft Außenseiter. Dies führt zu vielen Probleme, gerade für die Kinder der Mitglieder. Diese sind den Machenschaften der Sekte hilflos ausgeliefert, was nicht unbedingt zu einer glücklichen Kindheit beitragen dürfte. Die Züchtigung von Kindern ist für die Zeugen übrigens ein Gebot Gottes. Finanziert wird die Sekte durch erzwungene Spenden und die bereits erwähnte Zwangsarbeit.

Von der Allgemeinheit werden die Zeugen Jehovas gern als ungefährlich eingestuft, da sie nicht durch aggressive Werbemethoden auffallen. In der öffentlichkeit präsentieren sich die Zeugen als freundlich und zurückhaltend. Die oberen Abschnitte zeigen jedoch, dass die Sekte sehr wohl als gefährlich eingestuft werden kann. Gerade die demokratiefeindliche Haltung ist nach meiner Auffassung nicht akzeptabel. Aber auch das Verbot der Bluttransfusion oder die Züchtigung der Kinder beinhaltet ein enormes Konfliktpotential. Gerade Kinder können sich nicht vor seelischer oder körperlicher Gewalt schützen. Den Eltern muss bewusst sein, dass sie Ihren Kindern die Kindheit stehlen und ihnen den Weg zu einer eigenen Meinung fast unmöglich machen. Eine frühkindliche Indoktrination des Glaubens ist kaum rückgängig zu machen.