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Hinduismus


Krishna

Hinduismus ist eine im Westen gebildete Bezeichnung für die traditionellen religiösen und gesellschaftlichen Strukturen in Indien. Der Hinduismus entwickelte sich im 1.Jh. aus dem Brahmanismus. und gliedert sich in eine Vielzahl von Sekten und Glaubensgemeinschaften. Der Hinduismus ist die Hauptreligion auf dem indischen Subkontinent mit über 670 Millionen Anhängern. Im Unterschied zu anderen Religionen kennt der Hinduismus keinen sogenannten Stifter und auch kein verbindliches Bekenntnis. Die indische Bezeichnung für den Hinduismus ist sanatana dharma ( ewige Religion) . Die Hindus werden nicht durch eine dogmatische Struktur geeint . Sie können von außen betrachtet als Polytheisten, Monotheisten oder auch als Atheisten erscheinen. In allen diesen verschiedenen Glaubensformen bildet sich das eine kosmische Sein (Brahma) ab. Auch die Kultur und Lebensform sind mitunter völlig verschieden. Gemeinsam ist den Hindus die Anerkennung der Veda und der Glaube an die Wiedergeburt. Das größte Problem der Hindus ist, dass jeder nach seiner Geburt einer sogenannten Kaste zugeordnet wird und sich auch nicht durch eigenes Tun aus dieser befreien kann.

Lehre

Grundlage des Hinduismus ist die Vorstellung, das alle Lebewesen eine Hierarchie des Seins bilden, diese beginnt bei den Pflanzen und endet bei den Göttern. Die Menschheit ist das Mittelstück in dieser Hierarchie und zerfällt in zahlreiche Kasten (Klassen). Die Kastenzugehörigkeit beruht auf dem Kreislauf von Geburt, Tod, Wiedergeburt der individuellen Seele ( Samsara) und von der Wirkung des Karmagesetzes durch die sittliche Weltordnung (Dharma). Der ganze Kosmos wird von der Vergeltungskausalität aller Taten ( Karma) beherrscht. Durch das Karma wird der unsterblichen Seele, je nach guten oder bösen Taten, eine Existenz im nächsten Leben angewiesen. Die Seelenwanderung findet ein Ende wenn die Seele, nachdem sie durch viele Tier-und Menschenexistenzen gewandert ist, die endgültige Erlösung von allen Formen weltlicher Bindung erreicht. Dieser Zustand der Erlösung (Moksha) kann nur durch Weltentsagung, göttliche Gnade oder selbsterworbene Erkenntnis erreicht werden. Dieser unverlierbare Bewusstseinszustand der Seligkeit ist das Erreichen des Nirvana.
Der Hinduismus kennt eine Vielzahl von den verschiedensten Göttern. Die wichtigsten sind der Weltschöpfer Brahma, der Welterhalter Vishnu und der Weltzerstörer Shiva. Die drei Gottheiten bilden die Hindutrinität (Trimurti). wobei jedoch der Brahmanismus zunehmend an Bedeutung verlor. Vishnu, der als Narayana und als Krishna menschliche Gestalt annahm und Shiva stehen im Mittelpunkt des Glaubens. Für die Anhänger des Vishnuisnus ist Vishnu der einzige ewige Weltherr, für die Anhänger Shivas gilt das gleiche Prinzip. Alle anderen Götter sind der Seelenwanderung unterworfen. Es gibt im Hinduismus noch eine Vielzahl anderer Glaubenslehren, Sekten und Kulte, eine Abhandlung dieser würde allerdings den Rahmen sprengen.
Die größte Problematik des Hinduismus ist das Kastensystem. Durch die unbeinflussbare Einordnung in eine Kaste, gibt es keine Möglichkeit für einen gesellschaftlichen Aufstieg. Wirtschaftlich gesehen ist dies eine denkbar schlechte Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Bestätigt wird diese These durch die Situation in Indien. Der Ausweg kann nur ein säkular geprägter Staat sein.