Hermann Hesse
Hermann Hesse

Hermann Hesse

Einzig im Krieg wird das Töten erlaubt, weil im Krieg keiner aus Haß oder Neid zum eigenen Vorteil tötet, sondern alle nur das tun, was die Gemeinschaft verlangt.

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Der Deutsche ist sehr sentimental, und wo seine Sentimentalität die nicht seltene Verbindung mit Brutalität eingeht, wird er unerträglich.

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Lesen ohne Liebe, Wissen ohne Ehrfurcht, Bildung ohne Herz ist eine der schlimmsten Sünden gegen den Geist.

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Was der Künstler sich wünscht, ist ja nicht Lob, sondern Verständnis für das, was er angestrebt hat, einerlei, wieweit sein Versuch gelungen ist.

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Sich wegwerfen können für einen Augenblick, Jahre opfern können für das Lächeln einer Frau, das ist Glück!

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Gegen den Tod brauche ich keine Waffe, weil es keinen Tod gibt. Es gibt aber eins: Angst vor dem Tode. Die man heilen kann.

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Was den freiwilligen Tod betrifft: ich sehe in ihm weder eine Sünde noch eine Feigheit. Aber ich halte den Gedanken, daß dieser Ausweg uns offensteht, für eine gute Hilfe in Bestehen des Lebens und seiner Bedrängnisse.

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Die Dahingegangenen bleiben mit dem Wesentlichen, womit sie auf uns gewirkt haben, mit uns lebendig, solange wir selber leben.

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Ich glaube, man kann im Leben eine ganz genaue Grenze ziehen zwischen Jugend und Alter. Die Jugend hört auf mit dem Egoismus, das Alter beginnt mit dem Leben für andere.

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Erst im Altwerden sieht man die Seltenheit des Schönen, und welches Wunder es eigentlich ist, wenn zwischen den Fabriken und Kanonen auch Blumen blühen.

Der 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Dichter Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 als zweites Kind des Johann Hesse und seiner Frau Marie, geb. Gundert, verwitwete Isenberg in Calw, vis ã vis des Rathauses geboren . Die väterliche Familie ist baltendeutscher, die mütterliche schwäbisch-schweizerischer Herkunft. Der Vater, ein ausgebildeter Missionar ist nach kurzer missionarischer Tätigkeit in Indien als Gehilfe Dr. Hermann Gunderts, seines Schwiegervaters, im Calwer Verlagsverein beschäftigt. Hesse besucht die Calwer Lateinschule und ist 1891-92 Seminarist im evangelisch-theologischen Seminar im Kloster Maulbronn. Nach einer Mechanikerlehre bei der Turmuhrenfabrik Perrot (Calw) wird er Antiquariatsgehilfe in Tübingen. Von hier wechselt er als Buchhändler nach Basel und unternimmt von dort aus zwei Reisen nach Italien. 1904, nach seinem ersten großen Erfolg (Peter Camenzind), heiratet er Maria Bernoulli und zieht an den Bodensee nach Gaienhofen. Dort werden auch seine drei Söhne geboren. Während des Ersten Weltkrieges wohnt Hesse in Bern, wo 1919 auch sein berühmter Roman Demian erscheint. Ohne die Familie übersiedelt er im selben Jahr nach Montagnola (Tessin). Die erste Ehe wird geschieden und Hesse heiratet 1923 Ruth Wenger. Sein wohl berühmtestes Werk Der Steppenwolf erscheint 1927 zum 50.Geburtstag. Eine dritte Ehe schließt Hesse 1931 mit Ninon Dolbin geb. Ausländer. Beide wohnen in ihrem Haus in Montagnola. Noch während des 2. Weltkrieges, Hesse ist seit 1923 Schweizer Staatsbürger, erscheint sein programmatisches Werk Das Glasperlenspiel (1943). Nach verschiedenen Ehrungen und Herausgaben seiner Gesammelten Werke stirbt Hermann Hesse am 9. August 1962 in Montagnola und wird auf dem Friedhof San Abbondio beerdigt.

Hesse ist der meistgelesene deutschsprachige Schriftsteller unseres Jahrhunderts.