
Ich habe mein Leben lang versucht, gütig zu sein, ein Mensch zu sein. Aber nicht immer gelang es mir und manchmal verlor ich das Gefühl ganz.
Im Leben begegnet man vielen Menschen, die einen dazu treiben, Dinge zu tun, die man haßt. Ich habe immer versucht, Menschen zu beschützen, die ich liebe. Ihnen immer das Gefühl zu geben, daß ich für sie da bin. So wie ich verlangte, gab ich auch. Denn was nützt eine Verbundenheit, wenn man nicht füreinander da ist? Aber Güte hatte für mich nichts mit Verzeihen zu tun. Wie kann man Menschen etwas verzeihen, die einen so sehr verletzen, daß man denkt, man übersteht den Tag nicht? Alles schmerzt, und obwohl der Schmerz da ist, ist er nicht greifbar, nicht einmal definierbar. Güte ist so ein großes Wort, aber was nützt das Wort wenn es Menschen gibt, deren Worte kein Gewicht haben. Da werden Worte wie Liebe, Vertrauen und die Güte nur zu Banalitäten. Wie oft erleben wir, daß wir von Menschen grundlos verletzt werden, wie oft erleben wir, daß der Egoismus und die Gleichgültigkeit eines Menschen, der uns soviel bedeutet, uns verletzt...
Viele Menschen nehmen die Angst als Argument. Angst ist niemals ein Argument oder eine Begründung für eine Verletzung. Angst ist eine Schwäche, aber die Tat ist die Verletzung. Ihr denkt, daß Güte der Weg zum Verzeihen ist? Güte ist, den Menschen nicht aufzugeben, trotz seiner Fehler. Aber Verzeihen benötigt Zeit, Liebe und großes Vertrauen. Man kann seinem Herzen und seiner Seele nicht befehlen, zu verzeihen. Die letzten Jahre haben mir einfach gezeigt, wieviel Menschen es doch gibt, die alles sind, aber sicher nicht gütig. Aber das schlimme ist, daß all die Menschen mir ein Stück meiner Güte genommen haben. Ich hoffe ich erlebe nicht den Tag, an dem ich keine Güte mehr in meinem Herzen spüren kann.